Ornithologen der Spezies Lachtauben kamen beim Grazer Kleinkunstmatch ins Schwitzen. Der Kleinkunstvogel wurde wieder vergeben.
Alle Vögel sind schon da, wenn alljährlich im "Hin & Wider" die begehrte Kleinkunsttrophäe lockt. Doch nicht immer ist der Nachwuchs so bunt und mitreißend wie heuer.
Das Finale am Samstag Grazer im Theatercafé überraschte mit Höhenflügen, die die Wahl zum Gewinner des 15. Grazer Kleinkunstvogels zur Qual werden ließen. Kurz vor Mitternacht fiel dann die Entscheidung der Jury: Als komischster Kauz heimste Christoph Krall aus Wien mit seinen barock pastoralen Tugendanleitungen das Keramikexemplar von Ortweinschülerin Evi Poyer ein. Knapp vor dem niederösterreichischen Agrarphilosophen Gerald Muthsam.
Zu Publikumslieblingen und Gewinnern des steirischen Panthers avancierte das Duo Daniel Lenz und Harald Haller mit Zwerchfell erschütternden, perfekt inszenierten Tiroler Dorfszenen. Handwerkliche Raffinesse und sicheres Pointengespür lösten helle Begeisterung aus. 16 österreichische und zwei deutsche Teilnehmer hatten diesmal an der mehrtägigen Flugschau teilgenommen. Den sechs Endrundenstartern kann mit und ohne Preis versichert werden: Nicht die Flügel hängen lassen! Gut waren alle.
Elisabeth Willgruber-Spitz
Kleine Zeitung, 9.4.2001