| Leben am Abgrund mit geschärftem Blick |
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KULTURLAND |
| Egal ob es die Fronleichnamsprozession in einer kleinen Landgemeinde ist, oder es sich um eine der seit Jahren in inflationärer Zahl über den Bildschirm flimmernden Talkshows handelt - was die Tiroler Harald Haller und Daniel Lenz der Wirklichkeit entreißen, um es in „Leben am Abgrund“ zu karikieren, ist für die Realität kein großer Verlust. Aber ein Gewinn für ihr aktuelles Programm. |
| Auf der Bühne werden aus Haller und Lenz „Die Schienentröster“ und die bespielen derzeit wieder das Innsbrucker Treibhaus. Bei „Leben am Abgrund“ ist der Titel Programm. Vor allem für die beiden Protagonisten, die zeitweise in die Rollen von einem guten Dutzend Charaktere schlüpfen, dass einem vom bloßen Zusehen schwindlig wird. Mit letztem schauspielerischen wie körperlichen Einsatz gelingt es dem Duo, selbst so bühnenunreife Themen wie die Chaostheorie, in ihrer ganz eigenen Art und Weise zu zerlegen. |
| HOCHGEISTIG Höhepunkt des Programmes ist wohl eingangs erwähnte Fronleichnamsprozession. Da wettert der Dorfpfarrer in Urtiroler Diktion von der Kanzel, da lassen gelangweilte Kirchenbesucher die Ereignisse der vergangenen Woche in höchst belangloser Manier Revue passieren, während die Schützenkompanie samt Marketenderin sich mehr oder weniger aufreibt. Und in diesen mehr an ein Bühnenstück erinnernden turbulenten Szenen offenbart sich die große Stärke der Schienentröster: Die geschärften Sinne für Pointen, wie sie nur die Realität Tag für Tag liefern kann. |
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Die Senkrechtstarter des Jahres 2001 - vier gewonnene Kabarettwettbewerbe
samt „Entdeckung“ durch die ORF „Kunststücke“ - mussten mit
diesem Programm die Erfolge von damals bestätigen. Ein schwieriges
Unterfangen, das allerdings als gelungen erachtet werden darf. M. Kriess |